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Auch im Fußball kann Geduld durchaus eine Tugend sein

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Im Fußball kann es ab und an zugehen wie im richtigen Leben: Geduld ist wirklich eine Tugend. Sehr lange, fast zu lange, sah es ganz danach aus, als würde unsere Werkself zuhause in der BayArena über ein torloses Unentschieden gegen den FC Augsburg nicht hinauskommen. Doch unsere Jungs verfolgten ihr Ziel, irgendwie doch noch ein Tor zu schießen, mit Behaarlichkeit - und wurden für ihre Geduld auch prompt nach 75 Minuten belohnt. Der zuvor eingewechselte Lucas Alario gelang nur 134 Sekunden mit der zweiten Ballberührung endlich der Schuss zum goldenen Tor. Ein 1:0-Sieg mit drei ganz, ganz wichtigen Punkten - Bayer 04 hat sich am Ende für den Aufwand selbst belohnt. Sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen stehen jetzt auf der Habenseite. Ich hoffe deshalb voller Zuversicht, dass sich dieser Trend nun fortsetzt. Die gleiche Punkteausbeute aus den verbleibenden drei Spielen der Hinrunde würde uns wieder alle Optionen nach oben aufzeichnen - auch wenn die Gegner Frankfurt, Schalke 04 und Hertha BSC Berlin heissen.

Das nackte Ergebnis von 1:0 sieht auf den ersten Blick sehr mager aus. Doch wenn man die Umstände dieses Spiels näher betrachtet, bedeutet dieser Sieg auf den zweiten Blick sehr viel. Weil die Augsburger eben ein unangenehmer Gegner waren. Sie hatten die vergangenen drei Spiele verloren und waren mit der Einstellung in unser Stadion gekommen, das eigene Tor geradezu zu vernageln, um möglichst ein Pünktchen mitzunehmen. Fast wräe es ihnen auch gelungen, doch eben nur fast. Unsere Jungs erspielten sich vor allem im ersten Duchgang Chance auf Chance, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. In solchen Augenblicken merken die Spieler, dass sie nicht nachlassen dürfen in der Konzentration, um die Möglichkeiten zum Torerfolg ständig aufrecht zu erhalten. Nur Geduld führt zum Erfolg.

Einen ganz entscheidenen Anteil am Erfolg hatte diesmal unser Trainer Heiko Herrlich, der mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen bewies. Er brachte mit Lucas Alario einen weiteren Stürmer, um ein deutliches Signal zu setzen. Ein Sieg musste unter allen Umständen her. Und der Argentinier bestätigte das Vertrauen mit seinem Siegtreffer. Spielglück gehört eben auch mal dazu, was wir ganz sicher bei der Regenschlacht in Nürnberg nicht hatten.

Unverständlich bleibt mir jedoch, warum sich unser Jungs plötzlich das Heft aus der Hand nehmen liessen. Statt auf den zweiten Treffer zu setzen, überliessen sie den Gästen die Initiative. Das wäre um ein Haar fast noch schiefgegangen, aber auch eben nur fast. Mehr als einen Lattentreffer, schlimm genug, sprang für die Augsburger nicht heraus. Noch ein wenig zittern, dann waren die drei Punkte - völlig zu recht - eingefahren.

In der Europa League und im DFB-Pokal liegt die Werkself voll im Soll. Jetzt noch die drei verbleibenden Chancen in der Bundesliga nutzen und das Weihnachtsfest kann kommen. Ich bleibe vollkommen optimistisch. Denn: The trend is your friend.

14. Dezember 2018

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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