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Jederzeit an Fähigkeiten und Möglichkeiten geglaubt

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"Punktgenau" war das am meisten verwendete Adjektiv des finalen Bundesliga-Wochenendes im Zusammenhang mit Bayer 04 Leverkusen. Über Wochen und Monate war die Werkself in der Tabelle mal hier, mal dort zu finden. Durch den abschließenden 5:1-Sieg in Berlin und dank der ergebnismäßig tätigen Mithilfe einiger anderer Teams hat sie am 34. Spieltag den Sprung auf Platz vier geschafft und damit "punktgenau" das Ticket für den nächsten Champions-League-Wettbewerb gelöst.

Die Konkurrenz staunt. Sieh' an, die Leverkusener, denen immer wieder nachgesagt wurde, dass ihnen die Nerven versagten, wenn's ernst wird, können's ja doch. Sie bleiben cool und gehen diesmal ihren Weg zuende.

Die rot-schwarze Fan-Gemeinde im Olympiastadion und zuhause rund um die BayArena hatte allen Grund, sich enthusiastisch über die sechste Qualifiation für die Königsklasse innerhalb von zehn Jahren zu freuen. Man kann sich streiten, ob der Sieg über die Hertha um ein Tor zu hoch ausgefallen ist und was uns all die statistischen Erhebungen lehren, entscheidend ist, was die Saison 2018/19 unterm Strich gebracht hat. So gesehen haben Spieler, Betreuer, Verantwortliche und nicht zultzt die Anhänger, die sich in den letzten Wochen von der Spielfreude ihrer Mannschaft haben anstecken lassen, allen Grund zum Jubel.

Die 56. Auflage der höchsten deutschen Fußball-Liga ist aus Sicht unserer Mannschaft streckenweise holprig verlaufen. Unsere Anhänger wurden vor allem in der Hinrunde auf so manche Geduldsprobe gestellt. Das gilt für sämtliche Wettbewerbe. Im DFB-Pokal ließ es sich zunächst gut an, deshalb hatte man sich auch letztlich davon mehr versprochen. Auch die Euro-League verlief letztlich nicht nach Wunsch.

Die Rückserie weckte dann auf den Rängen und auf dem Rasen vergleichsweise rasch Hoffnung auf Stabilität und Besserung. Es stellte sich bald heraus, dass man mit Peter Bosz den passenden Trainer für dieses Ensemble verpflichtet hatte. Es dauerte zum Glück nicht zu lange, bis die Spieler mit ihren unterschiedlichen Talenten und der Coach mit seiner Spielphilosophie zueinander gefunden hatten.

In der Schlussphase stimmte es "punktgenau". Die Werkself glänzte mit selten erlebter mannschaftlicher Geschlossenheit und brachte  immer wieder ihr großes Potential aufs Feld. Endlich. Die "Hochbegabten" zauberten und zeigten, zu was sie tatsächlich fähig sind. Vor allem aber: Die Manschaft glaubte jederzeit an ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Ich würde gerne miterleben, zu was diese Jungs künftig in der Lage sind. Es wäre schön, wenn sie noch mindestens ein Jahr lang in unserem Trikot zusammen blieben und den Leuten in der BayArena Spaß bereiten würden. Zumal ja sehr bald auch noch Europas Fußball-Elite wieder bei uns Station macht. "Punktgenau"!

20. Mai 2019       

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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