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Auftakt des Weltmeisters nur wenig weltmeisterlich

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Dieser Auftakt von Weltmeister Deutschland bei der WM in Russland war leider nur wenig weltmeisterlich. Die Mission Titelverteidigung bekam gleich im ersten Gruppenspiel mit einer 0:1-Niederlage gegen Mexiko einen derben Dämpfer. Als Sportler sage ich, dass jetzt natürlich alles analysiert werden muss, um die Fehler aufzuarbeiten, damit sie auch möglichst schnell wieder abgestellt werden. Als Fan der deutschen Nationalmannschaft sage ich: Es gibt halt solche Tage, die Spieler sind auch nur Menschen.

Man sollte bei nüchterner Betrachtung aber nicht vergessen, dass es die Mexikaner auch klasse gemacht haben. Vor allem in der ersten Halbzeit: Taktisch klug, sehr frühes Zustellen der deutschen Gegenspieler, schelles Umschaltspiel. Das bereitete unserer Abwehr doch mehr Probleme als erwartet. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die schnellen Mexikaner zum Erfolg kommen würden - was dann ja auch prompt geschah.

In den zweiten 45 Minuten liessen die Mexikaner unser Team noch etwas leben, denn wenn sie die zahlreichen Konter besser ausgespielt hätten, wäre durchaus ein noch deutlicherer Sieg möglich gewesen. Unter dem Strich gehen die drei Punkte auf jeden Fall in Ordnung. Mexiko besitzt jetzt die besten Chancen auf den Gruppensieg.

Und der Weltmeister? Was mich bei unserer Mannschaft überrascht hat, war der Eindruck, dass es an körperlicher und mentaler Frische fehlte. Woran das lag? Das kann man aus der Ferne nur schlecht beantworten. Es war schlichtweg nur ein Ein-Tempo-Fussball. Dem Plan der Mexikaner, Deutschlands Passmaschine Toni Kroos durch konsequente Deckung aus dem Spiel zu nehmen, hatten unsere Spieler nichts entgegen zusetzen. Sie fanden keine Lösungen, sich daraus zu befreien. Ganz sicher werden jetzt auch andere Mannschaften gesehen haben, mit welcher Taktik dem Weltmeister beizukommen ist. Eigentlich habe ich mich schon lange gefragt, was passieren würde, wenn es eine Mannschaft schafft, Toni Kroos zu neutralisieren. Jetzt wissen wir es.

Mit der Hereinnahme von Marco Reus, Mario Gomez und Leverkusens Julian Brandt hat der Bundestrainer noch alle offensiven Optionen gezogen, um noch wenigstens den Ausgleich zu verzielen. Das Spiel bekam dadurch belebende Elemente, doch zum Erfolgserlebnis sollte es nicht reichen.

Das muss jetzt dringend am nächsten Samstag im zweiten Gruppenspiel gegen die Schweden folgen. Da muss unbedingt ein Sieg her. Derzeit kann ich mir nicht vorstellen, dass es in dieser Gruppe reicht, um mit vier Punkten das Achtelfinale zu erreichen. Doch Bangemachen gilt nicht. Gegen Mexiko standen immerhin noch acht Weltmeister auf dem Platz, Qualität ist also ausreichend vorhanden.

18. Juni 2018

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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