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Vertrauen in die eigene Spielidee ist gewachsen

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Am Ende herrschten rundum in der festlich leuchtenden BayArena Weihnachtsfreude und -friede. Der Dreier durch das knappe, aber letztlich absolut verdiente 1:0 im letzten Heimspiel des Jahres gegen Werder Bremen und der damit verbundene Sprung auf den vierten Tabellenplatz sorgten an diesem Abend für die rechte Stimmung, an dem nur das Wetter nicht mitspielen mochte. Egal.

Vergessen der holprige Saison-Start. Verdrängt die anfänglichen Zweifel. Die Werkself ist zum Jahreswechsel auf dem besten Wege und gibt ihren Anhängern nicht nur wegen der aktuellen Serie (elf Auftritte in Folge ohne Niederlage) Anlass zu Optimismus. Die Ergebnisse stimmen. Es stimmen aber auch, gegen Werder war's wieder deutlich zu beobachten, die sogenannten Basics, die Grundtugenden des Fußballsports. Als da wären: Die Einstellung der Spieler an ihrem Arbeitsplatz, im Wettkampf. Der Team-Spirit, das Verständnis der einzelnen Akteure und der Mannschaftsteile untereinander. Folgerichtig auch die Automatismen im Zusammenwirken. Und nicht zuletzt das Selbstvertrauen. Kein Wunder, wer sich dank einer solchen Reihe von Positiverlebnissen derart auf der Überholspur bewegt, tut sich auf jeden Fall leichter.

Werder Bremen war nicht leicht zu schlagen. So oder so, auch gegen einen solchen Gegner musst Du Dich erstmal durchsetzen und die drei Punkte einfahren, die alle Welt von Dir wie selbstverständlich erwartet. Ich bin der Meinung, dass die Jungs dieser Aufgabe im Stile eines Champions-League-Anwärters gerecht geworden sind. Natürlich hätte man sich die Erledigung der Aufgabe leichter machen können, wenn man zur rechten Zeit ein zweites oder drittes Tor nachgelegt hätte, was ja durchaus möglich war, aber unterm Strich zählt nur das, was auf den Anzeigetafeln zu sehen war: Leverkusen 1 - Bremen 0.

Es fällt aus meiner Sicht auf, wie stabil mittlerweile unser Team in den Abwehraktionen auftritt. Das war nicht immer so. Bayer 04 schickt bei Hinrunden-Ultimo ein defensives Bollwerk aufs Feld, das dem Gegner kaum etwas anbietet, was ihm Mut machen könnte. Diese Entwicklung zeugt auch von gewachsenem Vertrauen in die eigene Spielidee und die kollektive Stärke. Ergänzt wird das idealerweise durch das Bewusstsein der Defensivstrategen, dass sie in ihrem Rücken einen wie Bernd Leno wissen, der alles wegfischt, sollte ihnen mal was durchflutschen. Unsere Nr. 1 beeindruckte gegen Werder zum wiederholten Mal durch Weltklasseparaden.

Auf der ersten Etappe des Jahresschlussspurts heißt es nun, am Sonntag nochmal alle Kräfte für das Gastspiel beim starken Aufsteiger Hannover 96 zu bündeln. Ich bin guten Mutes.

14. Dezember 2017

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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