item7a
BS196

Richtige Lösungen für Rückkehr in die Erfolgsspur finden

item1a1a
item1a

nach oben

Am 34. Spieltag hat sich die Fußball-Bundesliga mit einem turbulenten Schlussakkord in die Sommerpause verabschiedet. Es gab nochmal reichlich Spannung, reichlich Tore, Tränen und an einigen Schauplätzen reichlich Gerstensaft. Nicht nur wegen dieses unterhaltsamen Finales soll mir niemand mit Klagen daherkommen, der Fußball hierzulande habe an Attraktivität und Reiz verloren.

Bayern München ist der logische und verdiente Meister. Zum 27. Mal haben sich die Münchner auf der Schale eingetragen. Eine unglaubliche Geschichte. Es ist bewundernswert, dass die Spieler trotz ihrer Fülle an Titeln immer noch hungrig auf Erfolg sind. Gratulation! Wer nach 34 Spieltagen, die über weite Phasen doch in einer Dreifachbelastung verlaufen, in einer derart spielstarken Klasse so klar den Platz an der Sonne innerhat, der hat sich die Schüsse aus der Konfetti-Kanone wohl verdient.

Die positivsten Überraschungen der abgelaufenen Spielzeit sind für mich RB Leipzig und 1899 Hoffenheim. Hier der Aufsteiger, der es mit herzerfrischendem Fußball zur Vizemeisterschaft gebracht hat, dort der Klub aus der vermeintlichen Fußball-Provinz, der es nach schwierigen Zeiten nicht nur aufgrund seiner Heimstärke bis in die Qualifikation zur Champions League geschafft hat. Toll! Logisch, dass Ralph Hasenhüttl und Julian Nagelsmann für mich die Trainer der Saison sind.

Auf der Haben-Seite des Saison-Kontos möchte ich auf jeden Fall die sehr bemerkenswerten Freiburger nennen, aber auch Hertha BSC Berlin. Beide Klubs hatte ich nicht unbedingt auf den Positionen erwartet, die sie jetzt einnehmen. Zufrieden dürften außerdem die Bremer sein, die nach einer katastrophalen Hinrunde prima durchgestartet sind, und die Frankfurter, die noch das Pokalfinale bestreiten und sich eine bessere Platzierung durch Schwächen in der Endphase vermasselt haben. Beide Klubs können aber auf ein gutes Gesamtergebnis verweisen, trotz vergleichsweise geringerer finanzieller Möglichkeiten.

Die Enttäuschten sammeln sich unter dem Oberbegriff "mehr erwartet". Das gilt natürlich in erster Linie für die Wolfsburger, die in der Relegation gegen Braunschweig durch zwei 1:0-Siege erfolgreich waren und somit Bundesligist blieben, aber auch für die Schalker, die eine sehr schwierige Saison hinter sich haben, für die Gladbacher, und nicht zuletzt für unsere Werkself. Bayer 04 hat zu Saison-Ultimo mit einem schönen Erfolg auf sich aufmerksam gemacht. Der 6:2-Sieg in Berlin bei der Hertha, die durch einen Dreier im Olympiastadion eigentlich eigene europäische Pläne festigen wollte, hat nochmal gezeigt, welches Potenzial unsere Jungs in den Beinen und Köpfen haben.

Es gilt jetzt, die Gedanken zu befreien und im nächsten Spieljahr vom Anpfiff weg beherzt anzugreifen, um als Minimalziel einen Platz in der Euro-League zu erreichen. Ich denke, die Verantwortlichen werden in den kommenden Wochen knallhart die abgelaufene problematische Runde analysieren und die richtigen Lösungen für eine Rückkehr in die Erfolgsspur finden.

21. Juli 2017

BS105

Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

N44 N8 N7 N6 N5 N3 N2 N1