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Ein Déjà-vu-Erlebnis der unschönen Art in Freiburg

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Im malerischen Schwarzwald, beim "streitbaren" SC Freiburg, ereilte unsere Werkself ein Déjà-vu-Erlebnis der unschönen Art. Wie jüngst bei der 0:1-Niederlage in Leipzig verloren die Jungs erneut durch ein Last-Minute-Tor. Ein solcher Keulenschlag kurz vor einem eigentlich halbwegs erträglichen Schluss tut naturgemäß besonders weh.

Diesmal sorgte der eben erst eingewechselte Pascal Stenzel 180 Sekunden vor dem Abpfiff mit einem für Bernd Leno unhaltbaren Schuss für lange Gesichter bei den Gästen aus Leverkusen. Im vergangenen Heimspiel gegen Bayern München hatte mich die absolut funktionierende Mannschaftsvorstellung unserer Leute beim 0:0 noch beeindruckt. Da stand Jeder für Jeden ein, da wurde dem Favoriten ein enormer Fight um jeden Zentimeter Boden in der BayArena geliefert.

Das hat diesmal in Freiburg gerade in der ersten Halbzeit so nicht ganz geklappt. Offensichtlich hatten Unsicherheit und Selbstzweifel angesichts der Tabellensituation bei Bayer die Oberhand gewonnen. Jedenfalls fanden die Rheinländer überhaupt nicht zu ihrem Spiel und konnten sich so gut wie keine zählbare Torchance besorgen. Die Kräfteverhältnisse änderten sich erst mit dem Ausgleichstreffer durch Kevin Vollands verwandelten Elfmeter.

Jetzt trat Bayer wie eine Einheit auf. Bei Bedarf war jeder Spieler für den Kollegen zur Stelle. Genau diese Einstellung gilt es nun, trotz der tiefen Enttäuschung zu pflegen und in jedem der nun folgenden vier Endspiele mit aller verfügbaren Leidenschaft einzubringen. Wie kann es nur sein, dass die Bayer-Elf mit ihrem zweifelsohne starken Personalkader immer wieder solche finalen Rückschläge erleben muss?

Einer der Gründe ist nach meiner Einschätzung in der fehlenden Cleverness einiger unserer jungen Leute zu suchen. Anstatt auch mal im Zweifelsfall ein Remis anzunehmen und sich mit einem Punkt zufrieden zu geben, glauben sie, sich selbst und wem auch immer beweisen zu müssen, dass ein solches Ergebnis nicht ihren Ansprüchen genügt, dass sie es besser können. Eine Saison zum Vergessen wird nicht dadurch besser, dass der eine oder andere in dieser oder jener Szene sein persönliches Potenzial ausbreitet. Das Ziel kann jetzt nur lauten, so schnell wie möglich den sicheren Hafen zu erreichen und dort festzumachen, um nicht noch in die drohenden Nervenspiele zu Saison-Ultimo verwickelt zu werden.

Am besten ist es, am Freitagabend im Heimspiel gegen FC Schalke 04 mit einem Dreier die Sicherungsmaßnahmen ein Stück weit voran zu treiben. Ich kann mir vorstellen, dass der Frust bei uns tief sitzt. Aber das nützt alles nichts. Es ist am Trainerteam, jetzt die Köpfe der Jungs möglichst zügig frei zu bekommen und für den Endspurt einen guten Schuss Selbstvertrauen zu vermitteln.

25. April 2017

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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