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Der Auftritt unserer Jungs sollte uns allen Mut machen

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Das war er also, der lange erwartete und abendfüllend vorbesprochene Start in die 55. Saison der Bundesliga. Beim Abpfif in der Münchner Allianz-Arena prangte auf der elektronischen Anzeigentafel für die gastgebenden Bayern eine 3 und für die Gäste aus Leverkusen eine 1. Noch Fragen? Wer das Auftaktspiel nicht gesehen hat, könnte eigentlich achselzuckend zur Tagesordnung übergehen: Kenn' ich doch, alles wie immer. Die Bayern hauen, wenn's losgeht, gleich mal einen raus, damit die Konkurrenz weiß, wo's langgeht, und die eigene Kundschaft zufrieden ist.

Dazu ist die Werkself aus dem Fußball-Westen an der Isar ohnehin ein zuverlässiger Punkte-Lieferant. Also, keine Aufregung. Die Wahrheit dieses Spiels liest sich allerdings anders. Die Statistik weist verblüffende Zahlen aus. Die Ballbesitz-Zeiten glichen sich im Verlauf der 90 Minuten mehr und mehr an. Im zweiten Durchgang erarbeiteten sich die Bayer-Profis sogar ein deutliches Plus an Schüssen auf das Tor des Neuer-Vertreters Sven Ulreich und entsprechend mehr Chancen, die freilich nicht entschlossen und kaltschnäuzig genug genutzt wurden. Unsere Jungs, deren erstem Meisterschaftsauftritt unter der Regie des Trainers Heiko Herrlich die eigene Anhängerschaft mit erheblicher Spannung entgegengefiebert hatte, erwiesen sich bei Starkregen, Blitz und Donner nicht als die biederen Spielkameraden, die brav ihre Punkte ablieferten. Von wegen außer Spesen nichts gewesen.

Im Gegenteil. Trotz der beiden Gegentore, die erneut die bekannte Schwäche bei Standards für den Gegner offenbarten, ließen sie sich keineswegs von ihrer Linie abbringen. Die da lautete: Nicht verstecken, sondern ganz mutig nach vorne agieren. Flagge zeigen! Selbst nach dem 0:3 durch Robert Lewandowskis Elfmeter-Tor, dem erstmals ein Eingriff des Video-Schiedsrichters vorausgegangen war, änderte sich am Kräfteverhältnis auf dem Rasen nichts. Die bayerischen Zuschauer staunten dann auch nicht schlecht, wie der Gast nach der Halbzeitpause mit seiner umformierten Dreierkette aufzutrumpfen wusste und somit die akuten Abwehrschwächen des Titelverteidigers bloßlegte.

Ich denke, dass uns dieser Auftakt Mut machen sollte. Die Mannschaft ist offenbar auf einem guten Weg, der Vorgabe ihres Trainers, als echte Mannschaft aufzutreten, gerecht zu werden. Wie aufopferungsvoll und leidenschaftlich aber auch wie angstfrei vor dem Prestige des prominenten Favoriten die Spieler ihre Fähigkeiten und Kräfte im Sinne des Kollektivs eingebracht haben, das hat mir imponiert. Genau in dem Punkt, den wir in unserer Bundesliga-Vorschau an dieser Stelle herausgestellt haben, scheinen sie an bessere Zeiten anschließen zu wollen und zu können.

Ich bin wirklich positiv gespannt, wie es in den kommenden Wochen mit der Werkself 2017/18 weiter geht.

19. August 2017

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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