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Zählbares fehlte - Vorstellung war aber gut für die Moral

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Die Bayern marschieren vorneweg. Unbeirrbar, selbstbewusst und stark. Den 3:1-Erfolg zum Auftakt des 18. Bundesliga-Spieltags bei einer Leverkusener Werkself, die vor dem Anpfiff auf eine stolze Erfolgsserie von 14 Pflichtauftritten ohne Niederlage verweisen konnte, darf die Konkurrenz getrost als Signal verstehen, dass sich der Rekordmeister auf seinem Weg zu seinem 28. Titel nicht mehr aus der Spur bringen lässt. Für die Bayern ist gleich zum Start in die Rückrunde alles klar. Und wie gehen wir nach einer diesmal extrem kurzen Winterpause mit diesem Ergebnis um?

Bei allem Hadern liefert die Spielanalyse keinen Anlass zur Schwarzmalerei. Die Jungs haben eine hervorragende Anfangsviertelstunde abgeliefert, haben alles an Courage eingebracht, was ihnen zur Verfügung steht, und haben sich zudem, wie schon mehrfach in dieser Saison, auch durch einen Rückstand nicht von ihrem unermüdlichen und leidenschaftlich vorgetragenen Bemühen abbringen lassen, den Gegner in Bedrängnis zu bringen. Alles in allem also: Eine Vorstellung, die gut für die Moral ist, aber es fehlte halt beim Abpfiff Zählbares. Dabei wäre nach meiner Einschätzung mehr drin gewesen.

Wieder einmal haben wir uns zwei Tore aus Standardsituationen eingefangen. Wobei das Führungstor des Gegners durch Javier Martinez in der 32. Minute das ist, was man einen "Dosenöffner" nennt. Es fällt nach einem Eckball zu einem Zeitpunkt, als unsere Mannschaft gut im Spiel ist, es den Münchnern durch ihr beherztes Gegenhalten augenfällig schwer gemacht hat, ihren gewohnten Rhythmus zu finden. Dieser Treffer, der mit ein bisschen mehr Cleverness und Klugheit durchaus zu vermeiden gewesen wäre, verändert die Lage für beide Teams gründlich. In Rückstand versuchen unsere Leute alles Erdenkliche, um den Druck auf die Gäste zu erhöhen. Dabei entstehen natürlich Lücken, die gerade die Routniers in den bayerischen Fußball-Reihen kaltblütig zu nutzen verstehen. Siehe das 0:2 durch Altmeister Ribery (59.), ein geradezu klassischer Konter.

Die Werkself hat sich gegen eine Ausnahmemannschaft, die vom Anpfiff weg keinen Zweifel an ihrer Vormachtstellung aufkommen lassen wollte, gut verkauft. In diesem Vergleich fehlte ihr allerdings letztendlich sichtbar die Reife, was angesichts des Altersunterschied und des entsprechenden Erfahrungsvorsprungs kein Wunder ist. Aus Spielen wie diesen kann man freilich lernen, man kan sich einges abschauen, um es in Zukunft noch besser zu machen und den "Dosenöffner" zu vermeiden.

Wie eingangs gesagt: Die Bayern marschieren unbeeindruckt vorneweg. In der Tabelle hat sich dahinter ein gewaltiges Gedränge um die Plätze für Europa entwickelt. Da muss man sehen, dass man unbedingt am Ball bleibt und unbedingt Kontakt hält. Das wird noch eine spannende zweite Saisonhälfte.

16. Januar 2018

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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