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Tore wie das von Leon Bailey verzücken die Bayer-Fans

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Ich stimme da mit Bayers Sportchef Rudi Völler überein: Ein Blick auf die Tabelle zeigt uns, wie wichtig dieser Dreier bei den abstiegsbedrohten Hamburgern für unsere Werkself war. Lassen wir mal die tabellarisch ausser Sichtweite enteilten Bayern aussen vor, dann ist der Kampf dahinter um die internationalen Plätze punktemässig so eng wie schon lange nicht mehr. Du musst Woche für Woche, egal bei welchem Gegner auch immer, eine Topleistung abliefern, um nicht aus diesem illustren Kreis zu fallen. Champions League oder Europa League - alles ist möglich, wenn die Nachhaltigkeit stimmt. Von daher bekommt das 2:1 in Hamburg eine ganz besondere Bedeutung: Bayer 04 wird diesen 23. Spieltag auf jeden Fall auf einem Champions Lague-Platz beenden. Gut so.

Exemplarisch für den gelungenen Auftritt bei den Norddeutschen möchte ich mal das Tor von Leon Bailey zum wichtigen 1:0 heranziehen. Tore dieser Art sind es, die die Bayer-Fans sehen wollen und die sie in Verzückung versetzen. Das macht einen Klassespieler aus. Bailey ahnt, dass der Gegner einen Fehler machen könnte und reagiert intuitiv richtig. Mit rechts spitzelt er den Ball weg, legt ihn sich auf den starken linken, umkurvt noch den Torwart und schiebt ins leere Tor ein. Da kam viel an individueller Klasse zusammen: Neben einer excellenten Technik auch eine gehörige Portion Cleverness, Kaltschnäuzigkeit und Coolness. Für solche Aktionen bezahlt man gerne das Eintrittsgeld. Gut so.

Insgesamt hat mir vor allem imponiert, dass sich unsere Mannschaft in keiner Phase vom doch sehr ungestüm agierenden Gegner hat anstecken, geschweige denn provozieren lassen. Das war zuletzt in Hamburg nicht immer der Fall, denn jahrelang hat die Werkself dort schon kein Tor mehr geschossen. Dass es kein Spaziergang werden würde, war ja vorher zu erwarten. Den Hamburgern, die mal wieder ums nackte Überleben in der Liga kämpfen, fehlen einfach die spielerischen und technischen Mittel, um zum Erfolg zu kommen. Sie vetrauen ganz auf ihren Kampfgeist, was es natürlich jedem Gegner sehr schwer macht, in eine Art Spielfluss zu kommen. Den fanden unsere Jungs dennoch. Gut so.

Unangenehm war es auch diesmal wieder beim HSV. Unsere Jungs liefen von daher des öfteren Gefahr, der Härte des Gegners mit eigener Härte zu begegnen. Das haben sie jedoch ganz hervorragend gelöst: Die Konzentration hochgehalten, nur auf die eigene Spielentwicklung geachtet und Ball und Gegner möglichst laufen gelassen. Gut so.

Ein Sonderlob verdiente sich sicherlich die Abwehrkette. Nach dem Ausfall von Tah (Grippe) kam Tin Jedvaj nach langer Verletzungspause zum Comeback und machte seine Sache gut. Der junge Retsos rückte in die Innenverteidigung und machte seine Sache sehr gut. Schon nach 15 Minuten musste Benny Henrichs für Wendell (der übel gefoult wurde) auf die linke Verteidiger-Position, machte seine Sache ebenfalls gut und bereitete das 2:0 vor. Gut so.

Und jetzt kommt am Sonntag Schalke. Da braucht es wenig Worte. Denn: Es wird gut.

20. Februar 2018

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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