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Nach 0:3: Unter dem Strich ist das einfach zu wenig

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Spätestens nach diesem missglückten Auftritt in Leipzig muss man die schon vor Wochen aus der Mannschaft geäußerte Einschätzung bestätigen, dass diese Saison für Bayer 04 eine ziemlich schwierige wird. Tabellenplatz 13 bei elf Punkten nach elf Spielen, gerade mal zwei Zähler Luft zum Relegationsrang 16, das ist es nicht, was sich Spieler, Trainer, Verantwortliche und auch die Bayer-04-Fans so vorgestellt hatten. Trotz des schönen Zwischenhochs mit den Siegen in Bremen und Gladbach, trotz der guten Ergebnisse im DFB- und im Europapokal geben die unbefriedigenden Leistungen in der Bundesliga Anlass zur Sorge. Man muss jetzt erstmal dafür sorgen, den Anschluss ans Mittelfeld nicht zu verlieren.

Ich hatte gehofft, gewünscht, geglaubt, dass die Jungs den jüngsten Schwung aus der Euro-League (mit dem Dreier gegen Zürich) in dieses wichtige Meisterschaftsspiel mitnehmen und fortführen können. Die gelungene Qualifikation für das Achtelfinale eines internationalen Wettbewerbs, das sollte doch für Selbstvertrauen sorgen. Gut eine Viertelstunde lang schien das auch zu funktionieren. Dann verloren die Gäste vom Rhein allerdings den Faden und fanden ihn auch lange nicht wieder.

Es war enttäuschend. In Halbzeit eins ließ die Werkself außer einer wunderbaren Szene von Kai Havertz, die die komplette fußballerische Klasse des Jungen zeigte, so gut wie nichts von ihrem Können aufblitzen. Im zweiten Durchgang war es, abgesehen von gut fünf Minuten Aufbäumen mit dem sehenswerten Freistoß von Leon Bailey, nicht viel besser. Unterm Strich ist das einfach zu wenig, um bei einem Spitzenteam einen oder gar drei Punkte einzuheimsen. Selbst wenn dieses noch die Strapazen und den Ärger über die Niederlage bei einer Dienstreise nach Glasgow in den Socken hat .

Unsere Werkself ließ dagegen letztendlich vieles vermissen, was sie zuletzt gerade bei einigen Auswärtsauftritten wenigstens halbzeitweise ausgezeichnet hatte. Spielfreude und Spielwitz blieben ebenso auf der Strecke wie Kreativität und mannschaftliche Harmonie. Symptomatisch für das Leverkusener Spiel war die Entstehung des dritten Gegentors. Da hatte Dominik Kohr gleich mehrere gute Optionen zur Verfügung, um den Ball aus der gefährlichen Zone zu befördern. Er wählte die falsche und erleichterte dem Gegner die Torarbeit. Ähnlich falsche Entscheidungen häuften sich im Verlauf der Partie in sämtlichen Mannschaftsteilen.

Wie man's machen muss, demonstrierte die Gastgeber-Elf. Trainer Rangnicks Jungs traten als geschlossene Einheit auf, die diszipliniert einem konkreten Spielplan folgten und am Ende zurecht jubeln durften.

Es folgt die Länderspielpause mit den Heimspielen gegen Russland und gegen die Niederlande. Dann wird's für unsere Leute im Endspurt vor Weihnachten ernst. Die folgende Aufgabe gegen Stuttgart sollte in der BayArena unbedingt gelöst werden.

12. Novemner 2018

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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