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Es überwiegen auf jeden Fall die positiven Eindrücke

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Die Bundesliga-Saison 2017/18 ist schon wieder Geschichte. Am Wochenende, als der 34. Spieltag in neun Stadien abgepfiffen war, wurden uns die Höhe- und Tiefpunkte, die schönsten Jubelszenen, die traurigsten Enttäuschungen und die kuriosesten Episoden des Fußball-Jahres noch einmal ausführlich vor Augen geführt. Ein buntes Kaleidoskop von emotionalen und faszinierenden Bildern, die belegen, was unseren Sport immer wieder zur Nummer 1 macht. Es folgt nun das WM-Turnier, das alle vier Jahre mehr als eine unvermeidliche Zugabe darstellt.

Wie fällt diesmal die übliche Bilanz für unsere Werkself aus? Einen Moment lang mag bei den Spielern, Betreuern, bei den Vereinsverantwortlichen und bei den Fans eine Spur Enttäuschung überwogen haben. Der 3:2-Sieg gegen Hannover zu Saison-Ultimo reichte nicht hin, um das ja final noch durchaus realisierbare Ziel, sich mit dem Sprung auf Tabellenplatz vier für die Champions League zu qualifizieren, in die Tat umzusetzen. In der Schlussabrechnung landeten die Jungs aber trotz hundertprozentigen Einsatzes bei Punktgleichheit hinter Hoffenheim und Dortmund auf Rang fünf. Ein Zähler, ein winziges Pünktchen, fehlte zum großen Glück. Drei Tore mehr hätten auch gelangt. Manch einer wird sich angesichts des knappen Ausgangs sagen, dass er gerade im Verlauf der letzten Partien die eine oder andere Chance auf einen wichtigen Treffer leider liegen gelassen hat. 

Letztlich überwiegen für mich jedoch auf jeden Fall die positiven Eindrücke. Nicht zuletzt die eindrucksvolle Verabschiedung meines langjährigen früheren Mitspielers Stefan Kießling in der BayArena, seinem "Wohnzimmer", trägt dazu bei. Aber ich werte auch diesen fünften Platz, der die Fahrkarte für die bekanntlich immer attraktiver werdende Euro-League bedeutet, absolut als einen Erfolg. Wir sollten nicht vergessen, von welcher Position aus wir im vergangenen Sommer gestartet sind. Damals hatten wir gerade ein paar Schreckmomente hinter uns gelassen, als sich die Werkself zeitweilig in Tabellenregionen zu behaupten hatte, die sie seit Jahren nur vom Hörensagen kannte. Am Ende standen wir auf Platz zwölf und versicherten uns gegenseitig, sowas nicht mehr erleben zu wollen.

Jetzt sind wir Fünfter geworden. Gewiss, es hätte auch mehr sein können. Für eine bessere Platzierung fehlte es aber bei dem einen oder anderen Auftritt an Konsequenz. Es hat sich auch in unserem Fall wieder einmal bewahrheitet, dass es auch im Verlauf einer langen Saison  immer wieder auf Kleinigkeiten ankommt. Diese Erfahrung heißt es nun zu berücksichtigen. Es muss klar der Anspruch sein, es in der kommenden Saison besser zu machen. Aber insgesamt halte ich fest: Auch wenn das Ziel Champions League nur äußerst knapp verfehlt wurde, was wirtschaftlich für den Klub nicht gerade rosig ist, denke ich, dass es gut und schön ist, sich demnächst wieder in Europa melden zu dürfen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Der Fußball rollt weiter. Schon bald schauen wir zur WM nach Russland, wo unsere Mannschaft ihren in Rio gewonnenen Titel verteidigen will. Ich wünsche ihr viel Glück dabei.

14. Mai 2018

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Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

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