item7a
BS196

Ich sah bei uns Fortschritte im spielerischen Bereich

item1a1a
item1a

nach oben

Halbvoll? Halbleer? Das 2:2 der Werkself am achten Saison-Spieltag gegen den VfL Wolfsburg bleibt die schlüssige Antwort schuldig. Wohin der Weg unserer Mannschaft im weiteren Verlauf der Hinserie bis zur Winterpause letztlich führt, werden erst die Resultate der kommenden Wochen zeigen. Ich für meinen Teil gehe von einer positiven Richtung aus. Woran ich meinen Optimismus festmache? Nun, die Jungs haben das Geschehen doch über weite Strecken relativ deutlich beherrscht.

Gegen einen Kontrahenten, der nach schwachem Start die Punkte dringend nötig hat, sind sie, mit Ausnahme der letzten fünf Minuten vor der Halbzeitpause, ziemlich dominant aufgetreten. Sie hatten deutlich mehr Ballbesitz und waren in den Zweikämpfen meistens Sieger. Vor allem aber habe ich deutliche Fortschritte im spielerischen Bereich bei uns festgestellt. Die Luft in der BayArena sprühte zeitweilig gar vor Lust am schnellen Kombinationsfußball der heimischen Mannschaft. Vor allem aber haben sie sich eine Fülle guter und bester Chancen besorgt. Man hatte als Betrachter überwiegend das Gefühl, dass unsere Jungs immer die Option hatten, ein weiteres Tor zu erzielen. Das war ja zuletzt nicht immer so.

Hier setzt aber auch die Kritik an. Unsere Leute hätten schon in den ersten 45 Minuten den Sack unbedingt zumachen müssen. Mehrfach hatten sich Bayer-Spieler in die denkbar beste Ausgangsposition gebracht, um durch einen zweiten oder gar dritten Treffer das Match zu ihren Gunsten vorzuentscheiden.

€Ähnlich stellte sich die Situation im zweiten Durchgang nach dem erneuten Führungstor durch Alario dar. Auch hier hätte man die Partie durchaus mit Brief und Siegel, vor allem mit einem weiteren Tor, zu seinen Gunsten beeinflussen können. Stattdessen machten die Niedersachsen den Ausgleich und sich mit einem Punkt vom Feld. Sehr schade. Es ist immer äußerst ärgerlich, nach zweimaliger Führung nicht als Sieger vom Platz gehen zu können.

Sehr bekümmerlich eigentlich schon deshalb, wenn man die Situation in weiten Phasen derart eindeutig beherrscht wie unsere Jungs an diesem Nachmittag. Da bleibt am Ende immer ein etwas schales Gefühl der Enttäuschung. Die Jungs haben jetzt eine Woche Zeit, gemeinsam an ihren Defiziten zu arbeiten, vor allem aber den Schwung der durchaus vorhandenen positiven Erlebnisse ihres jüngsten Auftritts mitzunehmen in eine konzentrierte Vorbereitung auf die nächste Herausforderung.

Die ist schwierig genug. Am nächsten Samstag (15.30) geht's zum rheinischen Vergleich nach Mönchengladbach.

22. Oktober 2017

BS105

Fragebogen

1. Meine unvergesslichsten Spiele

Bernd: a. Das Aufstiegsspiel mit Carl Zeiss Jena in die 2. Liga, das wir mit 4:1 gegen Sachsen Leipzig gewannen. b. Das 5:1 mit Eintracht Frankfurt im Heimspiel am letzten Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern - wir blieben in der Bundesliga, ich schoß das Tor zum 4:1. c. In der Champions League spielten wir 2002 im Halbfinal-Hinspiel mit Bayer 04 Leverkusen 2:2 bei Manchester United. d. Das Eröffnungsspiel der WM 2006 in München gegen Costa Rica - ich war Kapitän.

2. Meine besten Spiele

Bernd: a. Das Champions League-Finale 2002 gegen Real Madrid (1:2). b. Das WM-Finale 2002 in Yokohama gegen Brasilien (0:2).

3. Mein schwächstes Spiel

Bernd: Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal gegen Lettland.

4. Meine wichtigsten Spiele

Bernd: a. Das Rückspiel im Halbfinale der Champions League 2002 in unserer BayArena endete 1:1 - wir zogen ins Finale ein. b. Das WM-Finale Deutschland gegen Brasilien.

5. Meine dramatischsten Spiele

Bernd: a. Wir gewannen das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2002 zuhause mit 4:2 gegen den FC Liverpool und erreichten das Halbfinale gegen Manchester United. b. Das Viertelfinale bei der WM 2006 in Berlin gegen Argentinien - wir gewannen das Elfmeterschießen und kamen ins Halbfinale gegen Italien.

6. Meine traurigsten Spiele

Bernd: a. Das erste Spiel nach dem Tod meines Teamkollegen Axel Jüpner verloren wir mit Jena gegen Unterhaching mit 2:3 und waren damit praktisch abgestiegen. b. Das Champions League-Finale gegen Real Madrid. c. Das Halbfinale bei der WM 2006 in Dortmund gegen Italien (0:2).

7. Mein Lieblingsgegenspieler (Fairness)

Bernd: Roberto Carlos mit Real Madrid und der brasilianischen Nationalmannschaft.

8. Meine unangenehmsten Gegenspieler

Bernd: a. Andre Wiedener (Werder Bremen) und Jan Arge Riise (Liverpool).

9. Meine Traummitspieler

Bernd: a. in meiner realen Karriere: Ballack, Ze Roberto, Emerson. b. wenn ich ihn mir hätte aussuchen können: Fabregas, Zidane, Maradona.

10. Der schönste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Die Einwechslung nach meiner einjährigen Verletzung beim Spiel Bayer 04 gegen Mönchengladbach - ich konnte ein Tor vorbereiten. Gleichzeitig war es auch mein letztes Bundesligaspiel.

11. Der unangenehmste Moment meines Fußball-Lebens

Bernd: Das Spiel bei der EM-Endrunde gegen Tschechien - ich vergab eine riesen Tormöglichkeit.

12. Die traurigsten Momente meines Fußball-Lebens

Bernd:a. Der Tod meiner Teamkollegen Axel Jüpner und Robert Enke. b. Verpaßte Meisterschaften und verlorene Endspiele. c. Halbfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Italien.

13. Meine schönsten Tore

Bernd: a. Die Tore gegen Blackburn, Dortmund und Fenerbahce Istanbul - alle drei wurden zum Tor des Monats gewählt. b. Ein Tor beim 2:2 von Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt. c. Mein erstes Tor im Profi-Fußball: Ein Freistoßtor beim 2:0-Sieg von Jena beim 1. FC Nürnberg.

14. Meine Lieblingsstadien

Bernd: Ernst Abbe Sportfeld in Jena, BayArena sowie die Stadien in Liverpool und Manchester.

15. Meine interessanteste Fußball-Reise

Bernd: Das Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft in Teheran vor 110 000 Zuschauern.

16. Mein angenehmster Zimmer-Nachbar

Bernd: Oliver Neuville - mein alter Kumpel.

17. Meine Traumelf

Bernd: Mit denen ich zusammen gespielt habe: Kahn/Adler - Frings, Nowotny, Juan, Placente, Neuville, Ballack, Emerson, Ze Roberto, Kirsten, Berbatov.

Kontakt/Impressum

Zitate von und über Schnix

Ich hätte mich beim Pokalfinale gegen Werder Bremen selbst einwechseln sollen. (Schnix auf die Frage, ob er in seiner Karriere etwas bereue. Bayer verlor 0:1 und Trainer Labbadia verzichtete auf seine Einwechslung)

Wahrscheinlich auf irgendeinem Hinterhof mit Wäschestangen. (Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler auf die Frage, wo Bernd wohl das Fußballspielen gelernt habe)

Bernd ist vielleicht der letzte übrig gebliebene Straßenfußballer. Es gibt nicht viele Spieler, die ihm das Wasser reichen können. (Rudi Völler)

Der alles entscheidende Freistoß-Treffer zum 8:0 bei unseren ersten Match der WM 2002 gegen die Saudis. (Bernd auf die Frage nach seinem ersten Länderspiel-Tor)

Es war so eine Mittelschussflanke. (Bernd über seine Torvorbereitung beim Comeback gegen Gladbach)

Hauptsache nicht wieder Zweiter. (Bernd zu seinem dritten Rang bei der Wahl zum Fußballer des Jahres 2007)

„Schnix“ ist der einzige deutsche Fußballer, der sofort in der Selecao mitspielen könnte. (Der brasilianische Nationalspieler Juan bei seinem Abschied von Bayer 04)

Ein Typ wie er fehlt Real zurzeit, jemand mit diesen technischen Qualitäten, der den tödlichen Pass zu spielen und eine Partie zu lesen vermag. (Bernd Schuster vor Bernd Schneiders nicht zustande gekommenen Wechsel zu Real Madrid)

Die tollste Nachricht kommt aus Leverkusen: Seine Hoheit Senor Bernd Schneider do Brasil, der Chef Executive der Bayer-Mittelfeld-Group, ist wieder da. 253 Tage nach seiner Halswirbeloperation steht der 35-Jährige wieder im Mannschaftstraining. (Christof Kneer am 4. Januar 2009 in der Süddeutschen Zeitung)

Ganz klar der Bernd. Ein wunderbarer Spieler. Schade, dass er seine Karriere beenden musste. (Renato Augusto, Bayer 04 Leverkusen, auf die Frage, wer der bessere Brasilianer ist: Er oder Bernd Schneider)

N44 N8 N7 N6 N5 N3 N2 N1